Persönliche (Fehler)Erfahrungen

Anschaffung einer Schlange
Die Anschaffung einer Schlange oder eines anderen Tieres sollte nie unüberlegt erfolgen.
Der zukünftige Halter sollte sich schon über das heiß ersehnte Tier vorher informieren.

Meine Erfahrung:
Als Besucher einer schon recht bekannten Reptilienbörse im Dortmunder Raum schlängelte ich mich durch die Gänge und suchte nach Terra-Zubehör für meine Strumpfbandnatter die ich von meinem Schwager bekommen habe.
Immer wieder blieb ich bewundernd bei den Riesenschlangen stehen. Eine dieser Art war recht lebhaft, und aus meiner Sicht an allem interessiert was um sie passieren würde. Nach kurzem Gespräch bezahlte ich meine neue Schlange.
Mit der Schlange, erforderlichen Papieren und Lebendfutter unterm Arm machte ich mich also auf den Heimweg. Zuhause angekommen fiel mir auf daß ich nicht mal ein Terra hatte. Na SUPER…also wieder zurück und ein Glasterra und etwas Zubehör gekauft.
Terra eingerichtet und mich schon auf die Umsiedlung gefreut. Die so lebhafte Schlange war nichts anderes als aggro und super hungrig.
Mit einem Biss wurde also die Anschaffung besiegelt. Die Zahnreihen und Zähne einer Boa sind anders angeordnet als bei so vielen anderen Schlangen, somit ist der Biss auch einer kleineren Boa schon recht schmerzhaft. Den Respekt gegen Angst getauscht, traute ich mich in der nächsten Zeit nur bedingt ins Terra zu greifen. Jeder Versuch das Wasser zu wechseln war ein Akt, und eine erneute Gelegenheit für die Schlange mich wieder zu erwischen. (Näheres in „Aggressivität von Schlangen“)

Terrariumgröße und Einrichtung
Das Terra sollte der Größe und den Bedürfnissen der Schlange angepasst werden.
In den meisten Fällen sorgt ein großes Terra für die ausgeprägte Aggressivität der Schlange.
Meist ein Mangel an ausreichenden Versteck und Rückzugsmöglichkeiten sorgt für erhöhten Stress und Unwohlsein.
Alle jungen Schlangen klettern gerne, somit ist der Bau in die Höhe des Terras nicht ganz so falsch. Ändern sollte sich das Terra erst wenn die Tiere größer werden und die doch Bodenschlangen auf Grund ihrer Masse sich bei einem Fall verletzen könnten.
In meinem Fall ist schon eine dreimalige Umsiedlung der Tiere erfolgt.
Artgerechte Klettereinrichtung, Rückzug,- und Versteckmöglichkeiten, angemessene Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Bademöglichkeit und Sonnenplätze sollten zum Standard gehören.

Aggressivität von Schlangen
Taiwan-Schönnattern gehören zu den eher temperamentvollen Schlangen. Bisse dieser Art gehören eher zum Alltag als die z.B. einer Boa oder Pythons. Nichts desto trotz kann man darüber lesen daß Halter ein Problem mit der Aggressivität ihrer Boas und Pythons haben.

Mögliche Ursachen:

Größe des Terrariums – Bei einer Haltung von mehreren Tieren verursacht ein zu kleines Terra Stress. Die Tiere haben keine Möglichkeit zum Rückzug. In einem zu großen Terra mit womöglich zu wenigen Versteckmöglichkeiten fühlen sich die Tiere ausgeliefert und angreifbar.

Falsche Temperatur/Luftfeuchtigkeit – Meistens folgende Krankheiten wie Dehydrierung oder Maulfäule.

Falsche Beleuchtung – Die Auswahl der Leuchtmittel und die Bestrahlungsdauer sollte auf die einzelne Art abgestimmt sein. Falsche Wahl kann zum Unwohlsein und zum Stress der Tiere führen.

Meine Erfahrungen mit Boas:

Nach mehrmonatiger Haltung von drei Boas in einem Terra kam es vermehrt zu Bissangriffen. Trotz vorbildlichen Bedingungen im Terra und dem einwandfreien gesundheitlichen Zustand, konnte ich keine Ursache dafür erkennen. Aus den so friedlichen Tieren sind regelrechte Drachen geworden. Eine richtige Unruhe im Terra konnte man schon beobachten sobald man nur mit den Futteratten die Wohnung betrat und sie in der Nähe des Terra abgestellt hat…. Die letzten Fütterungen fanden noch mit Mäusen statt. Kurz davor haben wir auf Ratten umgestellt und die Geruchsentwicklung war um einiges intensiver.
Die nächsten Fütterungen fanden außerhalb des Terras statt und die Tiere wurden einzeln gefüttert. Nach der vierten bis sechsten Fütterung habe ich wieder das Verhalten der Tiere beobachten können, das ich inzwischen vermisst habe.

Fazit: Bei der Fütterung haben die Futtertiere durch Ausscheidungen das Terra verunreinigt. Die Boas haben somit immer den Geruch der Futtertiere in ihrer Umgebung gehabt und jede Bewegung im Terrariumbereich mit Futter assoziiert.

Meine Erfahrungen mit Taiwan-Schönnattern:

Als ich die zwei neuen Gesellen bekommen habe, waren sie nicht grade umgänglich. Bei jedem Versuch ins Terrariumbereich einzugreifen hatte ich sie schon an der Hand. Da ich diese Schlangen nicht kannte ist Unsicherheit und Mega-Respekt an der Tagesordnung gewesen. Folglich der Boa-Erfahrung wurden sie ab Dato nur noch außerhalb gefüttert. Durch den Schutz mit einem Handschuh konnte ich eher gefahrlos füttern. Ab dem Zeitpunkt konnte ich nur noch vereinzelt Angriffe beobachten. Nicht durch die hartnäckige Gewöhnung der Tiere an die Hand, sondern durch das Zusammenbeissen meine Zähne konnte ich das erst abstellen. Nach den ersten Bissen konnte ich feststellen daß es nicht annähernd so wehtut wie bei den Boas. Die folgende Woche habe ich den Terragrund ohne Handschuhe gesäubert und neues Wasser hingestellt.
Aus Respekt und Unsicherheit wurde Routine. Trotz mehrerer Bisse bin ich nie zurückgeschreckt. Im Gegenteil….die Tiere wurden von mir angefasst.
Also meine persönliche Rehabilitation.

Fazit: Ausgeschüttete Pheromone wie „Angstschweiß“ sind für das Tier recht unangenehm. Zumal sie auch diese mit „Unterwerfung, Opfer, Futter“ verbinden. Eine Desinfektion der Hände um das zu überdecken hilft gar nicht.
Endorphine – Das „Glückshormon“ bewirkt dagegen das Gegenteil. Aus dem Grund werden unbekümmerte Kleinkinder eher weniger bis garnicht von (wilden) Tieren attackiert.

...ich sehe dich!! ....1:0 für mich!!

Entkommene Schlange...
Meine Erfahrung mit der Strumpfbandnatter:

Als Terra diente damals ein umgebautes Aquarium-Becken mit einem MDF-Deckel.
Knapp eine Woche nach dem Einzug habe ich meine „Kleine“ vermisst. Wasserschale, Wurzel und anderes Deko entfernt….die Schlange blieb weg.
Voller Panik fing ich an das Zimmer zu durchforsten. Offene Schrankflächen, Couch, Blumen und Blumentöpfe durchgesucht….kein Erfolg. Ein wiederholter Versuch das Terra zu durchsuchen ergab Erfolg. Die „Kleine“ hat sich einfach vergraben…
Das haben Schlangen nun mal so an sich, was ich in kommenden Wochen und Monaten gut beobachten konnte.

....wo bist du???

Meine Erfahrung mit meiner ersten Boa:

Wiederholt ein umgebautes Aquarium-Becken diente als Quarantäne-Becken.
Eines Morgens habe ich das Wasser gewechselt und den Deckel des Beckens etwas offen gelassen. Die Schlange lag am anderen Ende des Beckens. Keine Minute später stand ich vor einem leeren Becken....die Schlange war weg.
Da die Tür zu war konnte ich zumindest die Suche auf das eine Zimmer begrenzen. Eine angefangene systematische Suche ergab keinen Erfolg.
Erinnerte mich noch an den Vorfall mit unserer Strumpfbandnatter und durchsuchte das Becken. Wie auch die „Kleine“, suchte meine Boa den Schutz unter dem Bodengrund.

....wo bist du???

Meine Erfahrung mit drei Boas in einem Terra:

Verlängertes Wochenende auf dem Bauernhof. Endlich abschalten!!

Am Freitag machten wir auf den Weg ins verlängerte Wochenende auf dem Bauernhof in Sauerland.
Gott sei Dank hatten wir jemanden gefunden der sich bereit erklärt hat unsere Bartagahmen zu versorgen und ganz schnell (trotz Angst) den Schlangen das Wasser zu wechseln.
Samstagmittag wurden wir schon angerufen. Die Nachricht war alles Andere als erfreulich. Eine dieser Schlangen war weg und verkroch sich in der Ecke hinterm Schrank. Sie hat die Lüftungsgitter rausgedrückt und ist durch das 5cm große Loch entwischt.
Dank Motorradhandschuhen und minutenlangem Zureden konnten wir unseren Tier-Versorger dazu überreden die Schlange einzufangen. Montagabend wieder Zuhause angekommen konnte ich meine Schlange auf der Couch begrüßen.
Dazu möchte ich erwähnen daß die besagte Schlange an ihrer dicksten Stelle fast das Doppelte misst.

nichts ist unmöglich

Abkürzungen
Mit folgenden Abkürzungen möchte ich Euch das Blättern und Nachforschen etwas erleichtern.
Anfangs stand ich oft vor der unbeantworteten Frage: Und was solldas jetzt wieder bedeuten??

KRL: Kopf-Rumpf-Länge
GL: Gesamtlänge
SL: Schwanzlänge
BNatSchV: Bundesnaturschutzverordnung
BArtSchV: Bundesartenschutzverordnung
Cites: Convention of International Trade in Endangered Species
WA: Washingtoner Artenschutzübereinkommen
WF: Wildfang
FZ: Farmzucht
NZ: Nachzucht
DNZ: Deutsche Nachzucht
sp: Species
spp: Supspecies

0,1 : 0 Männchen, 1 Weibchen
1,0 : 1 Männchen, 0 Weibchen
2,1 : 2 Männchen, 1 Weibchen
0,0,3 :0 Männchen, 0 Weibchen, 3 Geschlecht unbekannt