Krankheiten - Boa

Quarantänebecken
In erster Linie möchte ich mich dem Quarantänebecken widmen. Jeder Terrarianer sollte zumindest einen Quarantänebecken haben den er im Notfall einsetzen kann. Am einfachsten und zugleich praktisch dürften sich die Ausführungen aus Glas eignen. Sie sind leicht zu reinigen, desinfizieren und im Wiederholugsfall wieder einsetzen. Die Einrichtung sollte sich nur auf das Nötigste beschränken. Ein Wassernapf (Badeort), ein Stück Korkrinde als Unterschlupf und Häutugshilfe, Bodengrund. Als Bodengrund verwendet man am besten Zeitungspapier, Handtücher oder Zewa. Besonders Bodengrund sollte täglich gewechselt werden und im Falle einer Verunreinigung sofort entfernt werden. Es versteht sich von selbst daß frisches Wasser ein muß ist. Bei einem Milbenbefall sollte auch dies mehrmals täglich gewechselt werden. Jede Krankheit bedeutet Streß für das betroffene Tier, daher ist die Handhabung nach Möglichkeit auf ein Minimum zu reduzieren.

IBD - Inclusion Body Disease
IBD gehört zu den gefährlichsten Viruserkrankungen bei Boa Constrictor. Diese Viruserkrankung ist bis heute unheilbar und führt gezwungenermaßen zum Tod der Tiere. IBD wird nicht selten als Aids der Boa bezeichnet. Zweifelsfrei ist IBD nur am toten Tier durch eine Biopsie der Bauchspeicheldrüse festzustellen. Blutuntersuchungen wie Leberbiopsien am lebenden Tieren können nicht 100 % als fehlerfrei eingestuft werden. Die Aussage "IBD-Frei" in so manchen Anzeigen kann also schlicht und weg nur falsch sein.

Mundfäule
Eine mangelhafte und unsachgemäße Haltung führt bei Boas zur Mundfäule die in den meisten Fällen innerhalb von etwa drei Monaten zum Tode des Tieres führt. Verletzungen durch Futtertiere oder ein scharfes Stück Bodengrund können jedoch auch Ursachen für Entzündungen im Maul und Rachenbereich sein. Eine nicht behandelte Infektion breitet sich auf die Luftrühre und Magen aus. Dies dürfte dann auch schon ein Aus für unseren Liebling bedeuten.

Milben und Zecken
Zecken dürfte man nur bei Wildfängen vorfinden, wobei Milben ein öfter auftretendes Problem darstellen. Appetitlosigkeit, Häutungsprobleme, Streß und Blutarmut sind die Folgen einer Erkrankung. Wohl der beste Hinweis darauf ist wenn unsere Boa eher baden als sich sonnen geht. Zur Milbenbekämpfung hat sich ein Insektenstrip sehr gut bewährt. Empfehlenswert sind Insektenstrips der Fa. Detia und Blattanex der Fa. Bayer - Wirkstoff: Dichlorvos. Diese Strips sind nicht für die Anwendung bei Reptilien gedacht!! Also eine Überdosierung kann sehr schnell auch nicht nur zum Tode der Milben führen sondern auch unseren Schlange einen erheblichen Schaden zuführen. "Frontline" erzielt dabei auch keine schlechten Ergebnisse. Frontline ist zwar gut verträglich, doch ebenfalls nicht für die Anwendung bei Reptilien gedacht.

Innenparasiten
Endoparasiten können bei Boas schwerwiegende Schäden an den Organen verursachen. Zur Bestimmung der Parasiten ist die Untersuchung des Kots durch ein entsprechendes Institut unerlässlich. Das Auswürgen eines unvollständig verdauten Tieres ist der beste Hinweis für eine Erkrankung.

Erkrankungen der Atemwege
Rasselnde und pfeifende Geräusche, Absonderungen an den Nasenlöchern und schaumiger Speichel deuten auf eine Erkrankung der Atemwege. Zu kalt und zu trocken gehaltene Tiere erleiden an einer Lungenentzündung. Der Tod ist die Folge bei zu spät erkanntem Gesundheitsproblem.

Häutungsprobleme
Bevorstehende Häutung (Ecdysis) äußert sich in dem die Schlange an Kontrast verliert, sich eindunkelt und die Augen milchig trüb werden. Eine Häutung ist ein normaler Prozess im Leben einer Schlange. Da die Haut nicht mit ihr wächst und irgendwann zu eng wird, muß sie eben "erneuert" werden. In dieser Phase zeigt sich die Boa recht aggressiv und schreckhaft. Durch die Einfärbung der Augen ist ihr Sehvermögen eingeschränkt und sie wird schutzbedürftig. Man sollte darauf achten daß sie sich am Stück häutet und die Schwanzspitze und Brille über den Augen mitgehäutet wird. Ist das nicht der Fall muß ihr etwas nachhelfen werden. Im schlimmsten Fall wird die Boa blind und die Schwanzspitze stirbt ab. Durch ein lauwarmes Bad kann man ihr sehr gut dabei helfen die Überreste der Haut zu verlieren. Eine Pilz oder bakterielle Infektion, Verletzungen, zu geringe Luftfeuchtigkeit sind die meisten Ursachen für eine problematische Häutung.